Hallo, ich bin Arnold
Arnold der Geniesser Ich kann kein Wässerchen trüben Guten Morgen
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Grundsatzgedanken
Gehege/Einrichtung
Freilauf in der Wohnung
Aussenhaltung
Lärm/Geruch
Krankheiten

Grundsatzgedanken «

Wenn man sich überlegt, einen Wickelbären bei sich zu Hause zu pflegen, sollte man sich
im Vorfeld sehr gut informieren und sich ein paar Grundsatzgedanken machen und sich folgende
Fragen stellen:

   1. Bin ich bereit, mich mit dem Tier zu beschäftigen und habe ich auch genug Zeit dafür?
       (mindestens 2-4 Std/Tag)

   2. Habe ich den Platz, den ich einem Wickelbären bieten sollte?

   3. Kann ich dem Bärchen ein abwechslungsreiches Futterangebot bieten? Und das auch
       finanzieren?

   4. Bin ich bereit, dem Tier für die nächsten 20-30 Jahre ein gutes zu Hause zu bieten?

   5. Kenne ich einen Tierarzt, der sich mit Wildtieren auskennt?

   6. Weiss ich, wer dem Kleinen schaut, wenn ich mal nicht da bin?

   7. Bin ich mir bewusst das ein Wickelbär KEIN Kuscheltier  sondern ein Wildtier ist, das auch
       weiss, wie es seine Krallen und Zähne einsetzen kann?


Falls ich eine oder mehrere Fragen mit NEIN beantwortet habe, wäre es für mich und
vorallem
für den Wickelbären besser, man würde sich für ein anderes Haustier
entscheiden!!!




Wer sich entscheidet, einen Wickelbären bei sich zu Hause zu halten, sollte sich bewusst sein, dass
es in etwa dasselbe ist, wie wenn man sich entscheidet Kinder zu kriegen. Nur mit dem Unterschied,
dass Kinder erwachsen und selbständig werden.

Wickelbären sind wunderbare, interessante Tiere, aber es sind und bleiben Wildtiere. Auch wenn 
einzelne Tiere relativ zahm werden können, muss man sich bewusst sein, dass ein Wickelbär 
ordentlich zubeißen kann oder seine Krallen einzusetzen weiss. Ein Wickelbär wird nie ein Schoss-
hündchen werden und auch beim ausgiebigen Spielen sind Kratzer keine Seltenheit.

Ein Wickelbär  ist ein Leben lang (jeden Tag) auf die Fürsorge und  Pflege des Besitzers 
angewiesen!!!


Gehege/Einrichtung «

Einem Wickelbären sollte man eine große Voliere oder ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen. 
Die Größe darf in der Schweiz laut Tierschutzgesetz die Masse von 40 Kubikmeter nicht unter-
schreiten. Und wenn man bedenkt, wie aktiv und kletterfreudig die Bären sind: Je mehr Platz 
umso besser .Da die Bären baumbewohnend sind, sollte die Voliere so eingerichtet sein, dass die 
Tiere die Möglichkeit haben, um ausgiebig zu Klettern (Äste, dicke Seile etc.)
Als Bodengrund eignen sich sehr gut Buchenholzschnitzel. Die Wände sollten aus abwaschbarem 
Material sein, damit sie leicht zu reinigen sind. Denn durch die täglichen Früchte/Fruchtzucker wird 
die Einrichtung mit der Zeit schon auch in Mitleidenschaft gezogen, obwohl die Bären im Grossen 
und Ganzen keine großen Sauereien veranstalten beim Fressen.

Wickelbären sind sehr neugierige Zeitgenossen. Deshalb sollte man darauf achten, dass alles, 
was man ihnen zum Spielen gibt bzw. zum Klettern baut, sehr robust ist. Sie untersuchen alles und 
können eine ungeahnte Kraft entwickeln, wenn sie etwas unbedingt wollen.
Aus diesem Grund sollte man niemals dünne Seile, Schnüre (Abschnüren einzelner Körperteile); 
lockere Schrauben (Verschlucken); dünne Stoffe (Verheddern, wenn der Stoff reißt); Spielsachen 
aus Kunststoff (Splitter, Verschlucken) in der Voliere verwenden. Spielsachen aus Plastik oder 
Ähnlichem nur unter Aufsicht benutzen lassen.
Gute Einrichtungsmöglichkeiten sind: Weidenkörbe, Kokosnüsse mit Loch zum Reingreifen, 
dicke Seile, Äste, Korkstämme, Korkrinde, Hängematten aus robustem Stoff, Bambuswurzeln etc.
Es sollte auch eine Schlafbox zur Verfügung stehen, in der sich das Tier tagsüber zum Schlafen 
zurückziehen kann.Ob er dann genau dort schläft ist eine andere Sache.

Einem Wickelbären wird es sehr schnell langweilig. Deshalb sollte man sich viel mit dem Tier 
beschäftigen. Auch die Einrichtung der Voliere sollte man von Zeit zu Zeit wieder ein bisschen 
verändern, damit ihm Abwechslung geboten wird. Eine weitere Möglichkeit empfiehlt sich,
wenn man das Futter nicht einfach nur im Napf anbietet, sondern es verteilt und versteckt. Damit
sich das Tier auch anstrengen muss, sein Fressen zu finden.


Freilauf in der Wohnung «

Wenn der Bär auch in der Wohnung Freilauf hat, muss man einiges beachten, denn überall können 
Gefahrenquellen lauern (Fenster, Kabel, giftige Pflanzen, Putzmittel, etc). Je nach Temperament des 
einzelnen Tieres kann es sein, dass man so ziemlich alles wegräumen sollte, was einem lieb und 
teuer ist. Denn vor einem Wickelbären ist fast nichts sicher. Sie machen nichts mit Absicht kaputt, 
aber durch ihre Neugierde wird alles genau untersucht. Und da kann es schon mal passieren, dass 
etwas den Kräften eines Wickelbären nicht standhält. Die Bären sind sehr intelligent und lernfähig. 
Nur ist es meist nicht genau das, was der Besitzer will, das sie lernen.

Die Bären können stubenrein werden, in der Regel sind sie es aber nicht.


Aussenhaltung «

Die Bären sind im tropischen Regenwald zuhause und die Temperatur sollte nicht unter 15 Grad 
Celsius fallen. In unseren nördlichen Breitengraden muss man sich deshalb überlegen, ob eine 
Aussenhaltung überhaupt Sinn macht , da die Tiere nachtaktiv sind und bei uns die Temperaturen 
außer im Hochsommer meist unter 15 Grad Celsius fallen. Falls man die Tiere trotzdem draußen 
halten will, muss zwingend ein beheizbarer, geschützter Unterschlupf zur Verfügung stehen.
Auch sollte man sich bewusst sein, dass Wickelbären sehr geschickt und intelligent sind und einem
jede Schwachstelle des Geheges sehr schnell aufzeigen. Deshalb muss das Gehege ausbruch-
sicher und auch stabil gebaut sein.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr von Krankheiten/Parasiten durch einheimische
Nager,Vögel wie z.B. Würmer, Flöhe etc. die eingeschleppt werden können.


Lärm/Geruch «

Wickelbären haben kaum einen Eigengeruch und da sie sich fast ausschließlich vegetarisch 
ernähren hält sich auch der Geruch ihrer Hinterlassenschaften in Grenzen.
Je nach Charakter der einzelnen Bären, ist der Lärmfaktor nicht unerheblich. Da die Tiere dann 
am aktivsten sind, wenn wir Menschen normalerweise schlafen, sollte dieser Umstand auch mit 
einberechnet werden. In einer Mietwohnung kann das sehr schnell zu einem Problem mit den 
Nachbarn führen.Und da die Tiere sehr spring- bzw. kletterfreudig sind und gern aus der Höhe 
auf den Boden springen, kann man sich vorstellen, dass das nicht immer geräuschlos vonstatten 
geht. Das gelegentliche, nächtliche Piepsen und Rufen kann bisweilen auch als störend empfunden 
werden.


Krankheiten «

Da Wickelbären bis jetzt noch wenig erforscht und auch in privater Hand gehalten werden, sind 
noch keine arttypischen Krankheiten bekannt.Ernährungsbedingt können gelegentlich Würmer 
vorkommen. Eine regelmäßige Kotuntersuchung und evt. anschließende Entwurmung ist von Vorteil.
Da Wickelbären ursprünglich aus tropischen Zonen stammen, reagieren sie  empfindlich auf Kälte
und Zugluft (Blasenentzündung).